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 GREASE - Das Musical 

Historische Hintergründe



Die Erfolgsgeschichte von GREASE

Die Erfolgsgeschichte von GREASE ist wohl ebenso gigantisch wie das Musical selbst. Eine verrückte Idee in einer bierseligen Nacht zog den am längsten laufenden Broadway-Hit, ein neues Hollywoodtraumpaar, einen multiplatinprämierten Soundtrack und schließlich eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten nach sich.

GREASE - Szenenfoto
Mehr! Entertainment GmbH / Foto: Herbert Schulze

Flashback: In den frühen 70er Jahren sitzen irgendwo zwei Freunde zusammen und hören Musik von „Little Richard“, „The Flamingos“ und „Dion and the Belmontes“. Einige Biere später kommen die beiden auf den Trichter, unbedingt mal ein Stück am Broadway sehen zu wollen, das den guten alten Rock’n’Roll ihrer Teenager-Zeit mit all seinen Begleiterscheinungen thematisiert. Und weil es niemand anderes tut, schreiben Jim Jacobs und Warren Casey noch in dieser Nacht ein Musical über ihre guten alten High School-Tage.

Auf einer einzigen Gitarre komponiert, kam GREASE im Sommer 1971 tatsächlich auf die Bühne – mit einem Budget von 171 US Dollar, als Fünf- Stunden-Amateur-Show, mit 18 Laien-Akteuren, vor 120 Zuschauern in einem ausverkauften Geräteschuppen irgendwo in Chicago. Auf eine vernünftige Länge gekürzt, feierte GREASE am 14. Februar 1972 glanzvolle Premiere im New Yorker Eden Theater auf der Second Avenue. Sechs Monate später ging GREASE auf Tour durch die USA und Kanada. Letzten Endes wurde daraus der am längsten laufende Broadway-Hit, nämlich genau siebeneinhalb Jahre und 3.388 Vorstellungen lang. GREASE erhielt sieben Tony-Nominierungen, u.a. für „Best Score from an Original Show Cast Album“.

Klar, dass auch Hollywood an diesen Sensationserfolg teilhaben wollte. 1978 lief der Film GREASE mit John Travolta in der männlichen Hauptrolle als Danny. Nach „Saturday Night Fever“ galt Travolta als einer der heißesten Stars des jungen Hollywood. An seiner Seite: Olivia Newton-John, ein weltberühmter Schlagerstar, der mit der naiven High School-Göre Sandy sein Hollywooddebüt gab. Ein neues Traumpaar war geboren. Die Bee Gees schrieben vier Songs für den Film, der Soundtrack war sage und schreibe zwölf Wochen hintereinander die Nummer Eins in den USA, 1978 bekam die Film-Musik mehrfaches Platin für über acht Millionen verkaufte Platten. GREASE spielte so viel Geld ein, wie kein anderer Musical-Film. Das Filmvideo zählt GREASE zu 20 meistverkauften aller Zeiten.

Heute - nach fast 40 Jahren - ist das Musical GREASE so populär wie eh und je.



Die Entstehungsgeschichte von GREASE

Es passierte in Chicago, Illinois, ungefähr im März oder April des Jahres 1970. Jim Jacobs kramte einige seiner 45er Single-Schallplatten aus den 50ern hervor. Für ihn klangen diese Songs sehr altmodisch, verglichen mit dem psychedelischen Funk der 70er Jahre. Aber es war dennoch eine willkommene Abwechslung. Zusammen mit seinem Freund Warren Casey hörte er die Songs von Little Richard, Dion and the Belmonts, The Flamingos und schlug ihm vor, dass es doch eine lustige Idee sein würde, ein Stück auf die Bühne zu bringen, in dem eben diese typischen 50er Jahre Musik-Basics wie a cappella, Falsetto, Doo-Wops, Hic-Cupping oder Rhythm and Blues der späten 50er vorkamen.

Das Stück sollte von den Teenies aus der Schulzeit von Jim Jacobs handeln, den Greasers und deren Freundinnen aus der guten alten Zeit des Rock 'n' Roll. In Anlehnung an den herrschenden Lifestyle der 50er, der sich vornehmlich auf Frisuren, das Essen und frisierte Autos konzentrierte – also alles sehr „ölig“ war – schlug Jim vor, die Show GREASE zu nennen. Warren lachte über die ganze Idee.

Aber er setzte sich an die Schreibmaschine und begann, einen kurzen Entwurf des Stücks zu skizzieren. Es sollte eine Geschichte geschaffen werden, die auf lustige Art und Weise die ganzen Hollywood Rock 'n' Roll Filme der 50er auf den Arm nahm. Warren – der in den 50er Jahren als High School-Lehrer arbeitete - schrieb Songs, die den Sound der frühen Rockmusik parodierten, während Jim Melodien komponierte, die eine Hommage an die Originale sein sollten.

Am 5. Februar 1971 wurde GREASE in Chicago das erste Mal in einer feuchten, kalten und zugigen alten Scheune, dem „Kingston Mines Theater“ aufgeführt. Eine Laiengruppe, bestehend aus 18 Schauspielern (in einer 117$ Produktion) trat erstmalig vor einem ausverkauften Haus mit 120 Sitzen auf.

Zunächst war die Original Version von GREASE nur ein Theaterstück mit Musik. Auf den Rat der Theater Produzenten Ken Waissmann und Maxine Fox aus New York schrieben sie GREASE zum Musical um. Waissmann erinnert sich: „Ich sagte ihnen, dass ich die Idee mag, aber dass es nicht als Theaterstück funktionieren wird. Es musste zu einem Musical werden. Ich schlug ihnen vor, wenn sie nach New York ziehen und das Stück umschreiben würden und mit mehr Musik versehen, dann würden wir es als Broadway Musical produzieren. Sie dachten ein paar Minuten darüber nach und willigten dann ein. Sie riskierten ganz schön was, mussten ihre Jobs aufgeben. Warren arbeite als Dessous-Einkäufer für ein Warenhaus und Jim als Werbetexter. Sie kamen also hierher und arbeiteten jeden Tag an dieser Show.“ Jacobs resümiert: „Als wir nach New York gingen, wurde uns auch gesagt, dass es vor allen Dingen wichtig sei, die Charaktere liebenswürdig anzulegen, anstatt jeden zu verschrecken.“

Am 14. Februar 1972 spielte GREASE nun als Musical in New York. Es startete erst „Off-Broadway“ im Eden Theater in Downtown New York, zog dann aber ins Broadhurst Theater. Sechs Monate später zog das Musical in das Royal Theater, wo es bis Januar 1980 gespielt wurde. Bis es für die letzten Wochen wegen der extrem großen Nachfrage in das wesentlich größere Majestic Theater am Broadway umziehen musste. Mit 3.388 Aufführungen hielt Grease den Rekord als Musical mit der längsten Spielzeit in der Geschichte des Broadway – bis 1975 „A Chorus Line“ kam.

Binnen sechs Monaten nach der GREASE Premiere am Broadway ging das Musical bereits auch auf Tour durch Amerika und Kanada. Ein weiteres Ensemble wurde in Australien gegründet.

In der ersten Produktion in London im New London Theater spielte damals ein noch unbekannter Richard Gere den Danny Zuko. Bald begannen ausländische Produktionen, tourende Ensembles und Amateur-Gruppen den Globus mit GREASE zu bespielen.

1978 kam dann der Film, mit John Travolta und Olivia Newton John in den Hauptrollen, der sein übriges tat.

„Worum es bei GREASE aber wirklich geht – und das mehr als alles andere – ist Spaß! Also, setzt euch hin, zieht eure Schuhe aus und entspannt euch! GREASE ist immer noch eine Feier! Eine Party vom Feinsten. Verstanden? Also, see you later Alligator...“ Jim Jacobs



Erinnerungen an Warren Casey - Von Jim Jacobs

Warren Casey und ich haben uns das erste Mal im Frühling 1963 am Gemeinschafts-Theater in Chicago getroffen. Wir schauten uns beide vielversprechende, junge Nachwuchsschauspieler in einem erinnerungswürdigen schlechten Stück namens „A Shot in the Dark“ an. Auch wenn Warren acht Jahre älter als ich war und ein erst vor kurzem zugezogener New Yorker, verstanden wir uns sofort großartig. Und innerhalb eines Jahres wurden wir beide beste Freunde. Nur einige Leute wussten, dass wir uns bereits sieben Jahre kannten, bevor wir zusammen an GREASE gearbeitet haben.

In den 25 Jahren unserer Freundschaft und beruflichen Zusammenarbeit hat er mich eines nie vergessen lassen: Dieser Mann ist ein Genie. Mathematik, Naturwissenschaften, Literatur, Musik – egal worum es ging, er wusste alles. Und das ziemlich genau. Er war ohne Frage der lustigste Mann, den ich jemals in meinem Leben getroffen habe. Niemand brachte mich so viel und so oft zum Lachen wie Warren Casey.

Meine zweite Frau erinnert mich oft daran, wie Warren damals völlig unverhofft in Las Vegas aufkreuzte. Ich stand kurz bevor, sie zu heiraten. Er war schon mein Trauzeuge bei der ersten Hochzeit 16 Jahre zuvor. Ein paar Minuten bevor die Zeremonie begann, fragte ich ihn schnell, ob er noch einmal mein Trauzeuge sein wolle. „Klar, warum nicht. Es ist ja schon Tradition.“

Ich erinnere mich, als wir das erste Mal nach London kamen. Warren fand es ganz großartig, vor allem das „königliche Entgegenkommen“ ihm gegenüber, wie er empfand. „Es scheint so, als ob es egal ist, wo ich hinkomme. Ich habe immer mein eigenes Ankleidezimmer. Hast du meine Initialen auch gesehen? WC steht hier auf jeder Tür geschrieben.“

Warren Casey starb im November 1988. Der Verlust für diejenigen, die ihn gekannt haben und für die Theater-Fans auf der ganzen Welt, ist unermesslich. Sein Humor, seine Songs und Texte werden in jeder Nacht weiterleben, in der GREASE auf irgendeiner Bühne in der Welt gespielt wird. Sie können davon ausgehen, dass Warren unter uns weilt. Genauso, wie wir ihn immer gekannt haben.



GREASE - Daten und Fakten

  • GREASE wurde...
    • 1971 auf 1 Gitarre komponiert mit einem Budget von 171 US$ als 5-Stunden-Amateur-Show mit 18 LaienAkteuren vor 120 Zuschauern
    • in einem ausverkauften Geräteschuppen irgendwo in Chicago geboren.
  • GREASE hatte...
    • am 14. Februar 1972 eine glanzvolle Premiere im New Yorker Eden Theater
  • GREASE lief...
    • 7 1/2 Jahre lang am Broadway mit 3.388 Vorstellungen
  • GREASE erhielt...
    • 7 Tony-Nominierungen
  • GREASE war...
    • 12 Wochen hintereinander mit dem Soundtrack die Nummer 1 in den USA
  • GREASE kam...
    • 1978 in die Kinos und spielte 340 Millionen Dollar ein
  • GREASE verkaufte...
    • über 20 Millionen Doppelalben vom Soundtrack
  • GREASE zählt...
    • zu den 20 meistverkauften Filmvideos weltweit
  • GREASE ist...
    • 40 Jahre nach seiner Entstehung so populär wie eh und je

 


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